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Biografie „Becoming“: Michelle Obamas Kinderwunschbehandlungen

06. März 2019


Michelle Obama hat mit der Veröffentlichung ihrer Kinderwunschbehandlungen in ihrem Buch „Becoming – meine Geschichte“ den Nerv vieler Frauen getroffen. Woher rührt die Euphorie zu ihrer Offenheit?
Es gibt durchaus Länder, in denen die In-Vitro-Fertilisation zu den gängigen Alltagsthemen gehört. Wie in Dänemark zum Beispiel. Die Gesetzgebung zum Thema liberal, verhält sich auch die Bevölkerung dementsprechend aufgeschlossen. Klappt es nicht mit dem Kinderwunsch, wendet man sich an entsprechende Kliniken. Jedes zehnte in Dänemark geborene Kind kommt laut Statistik dank Kinderwunschbehandlung zur Welt. Warum sich also über etwas ausschweigen, was so üblich geworden ist?
In einigen Ländern verhält es sich anders, wie beispielsweise in den USA. Aber auch in Deutschland und Österreich sind Kinderwunschpatienten meist zurückhaltend mit Informationen innerhalb ihres Bekanntenkreises zu ihrer Behandlung. Die gesetzlichen Bestimmungen etwas enger gesteckt, wird es gesellschaftlich zur innerfamiliären, lieber verschwiegenen Privatangelegenheit.

Umso besser für Betroffene, wenn prominente Kinderwunschpatienten das Schweigen brechen und offen verkünden: Meine Kinder sind durch IVF entstanden. Dementsprechend positiv reagierte auch die Presse auf Michelle Obamas Erklärung in ihrer Autobiografie, dass sie ebenfalls ihre beiden Töchter Malia und Sasha der In-Vitro-Fertilisation verdanke. Und das obwohl das Buch die gefühlt tausendste Biografie eines Prominenten ist, die in den vergangenen 20 Jahren den Markt überschwemmt haben. Geradezu erleichtert zeigen sich vor allem die amerikanischen Medien: Zwischen journalistischen Dankesbekundungen, über Applaus bis zu ausführlichen Erklärungen zur IVF, war nicht ein einziger negativer Kommentar zu lesen. Während der Rest der Biografie durchaus nicht gänzlich unkritisch betrachtet wurde.
Interessant an Michelle Obamas Werk ist auch die detaillierte Beschreibung ihrer Gefühlslage während der Hormonbehandlung vorab und unter welchem Lieferdruck sie stand, als ihr Mann bereits auf politischer Bühne unterwegs war. Je freier außerdem in der Öffentlichkeit stehende Personen und die Gesellschaft über Kinderwunschbehandlungen sprechen, desto eher steigt der politische Druck, sich in der Gesetzgebung liberaler mit dem Thema auseinander zu setzen. Und Patienten finanziell zur Seite zu stehen. Ein doppelter Pluspunkt also für Kinderwunschpaare.

Tabuthema Fehlgeburt

Emotional belastender empfand Michelle Obama laut ihrem Buch allerdings die voran gegangenen Fehlgeburten. Obwohl bis zu 30 Prozent der entstandenen Schwangerschaften in einer solchen enden, erfahren Frauen oft erst von dieser Tatsache, wenn es sie selbst betrifft. Da die meisten sich über dieses Thema ausschweigen, haben Betroffene den Eindruck mit dem Erlebten allein zu sein.

Das ist allerdings nicht das einzige Problem. Wie Obama es formuliert, hatte sie das Gefühl „versagt zu haben, beziehungsweise nicht in Ordnung zu sein.“ Der Körper funktioniert nicht so, wie man es von ihm erwartet. Die Ursachen für Fehlgeburten allerdings näher betrachtet, wirft das ein anderes Licht auf das Ereignis als solches. Denn meist sind sie eine Auslese des Körpers, der beschließt, die befruchtete Eizelle sei nicht in Ordnung. Ein Schutzmechanismus der Natur also und damit ein durchaus voll funktionstüchtiger Körper, der die Schwangerschaft vorzeitig beendet. Um zum Beispiel eine eventuelle spätere Totgeburt zu verhindern. Michelle Obama: „Wir müssen junge Frauen darüber aufklären, dass Fehlgeburten einfach passieren.“

Es ist und bleibt trotzdem ein emotional einschneidendes Erlebnis, vor allem für Frauen. Daran kann auch das Wissen um die Häufigkeit oder die Ursache nichts ändern. Vor allem, wenn der positive Schwangerschaftstest freudig erwartet wurde und der Abort der Hoffnung ein abruptes Ende setzt. In den USA fehlte Obama ein Ritual, um die Fehlgeburten zu verarbeiten. Unter 500 Gramm sind sie nicht einmal meldepflichtig. In Deutschland gibt es inzwischen Sammelbeerdigungen mit Abschiedszeremonie und die Möglichkeit der privaten Bestattung, dann allerdings mit eigener Kostenübernahme. Krankenhäuser informieren betroffene Frauen.

Auch deshalb definitiv ein Thema, das dringend mehr Publicity braucht und durch Obama in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt wurde: „Ich wünsche mir, dass mehr Frauen animiert werden über ihre Erfahrungen offen zu reden.“ Es sei das Schlimmste, das sie einander antun könnten, sich gegenseitig zu verschweigen, wie ihre Körper funktionierten oder eben nicht funktionierten.

Ob Fehlgeburten oder In-Vitro-Fertilisation: Kapitel in Michelle Obamas Buch, die es sich vermutlich zu lesen lohnt. Ob man an Biografien interessiert ist oder eher nicht.



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