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Wie ist die Gesetzeslage zur Präimplantationsdiagnostik im internationalen Vergleich?

09. Februar 2018


Als Präimplantationsdiagnostik, kurz PID, wird die genetische Untersuchung von Zellen eines Embryos vor der Einpflanzung in die Gebärmutter bezeichnet. Dieses Verfahren kann aus verschiedenen Gründen bei einer IVF oder ICSI Behandlung angewendet werden. So können mit Hilfe der PID Erbkrankheiten und Gendefekte des Embryos erkannt werden. Außerdem bietet sich das Verfahren an, um das Geschlecht des Embryos festzustellen. Hierdurch können beispielsweise Erbkrankheiten, die nur bei einem bestimmten Geschlecht auftreten, verhindert werden. So können zum Beispiel Mütter aus Familien mit Bluterkrankung die Krankheit an ihren männlichen Nachwuchs weitergeben. Während sich die Krankheit bei Söhnen ausprägt, sind Töchter nicht davon betroffen. Der Arzt könnte in diesem Fall gewährleisten, dass der Mutter nur weibliche Embryonen transferiert werden.

Wo und wann darf die Präimplantationsdiagnostik durchgeführt werden?

Die Rechtslage hinsichtlich der Zulässigkeit der Präimplantationsdiagnostik ist stark von der gesetzlichen Lage des Embryonenschutzes des jeweiligen Landes abhängig. In Europa sind Gentests an Embryonen mittlerweile fast in allen Ländern erlaubt – jedoch unter verschiedenen Bedingungen.

In Deutschland ist Präimplantationsdiagnostik nur in Ausnahmefällen möglich

In Deutschland dürfen seit 2011 Paare, bei denen ein hohes genetisches Risiko bekannt ist, das PID-Verfahren durchführen lassen. Erlaubt ist die PID in Deutschland auch für die Feststellung einer schwerwiegenden Schädigung des Embryos, die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zu einer Tot- oder Fehlgeburt führen würde. Um eine Präimplantationsdiagnostik durchzuführen, muss eine schriftliche Einwilligung der potenziellen Eltern vorliegen. Außerdem müssen beide Elternteile zu den medizinischen, psychischen und sozialen Folgen der Diagnostik aufgeklärt werden. Darüber hinaus muss eine Ethikkommission prüfen, ob die genannten Voraussetzungen erfüllt sind. Zur Durchführung der PID sind in Deutschland nur qualifizierte Ärzte in für Präimplantationsdiagnostik zugelassenen Zentren befugt.

Die PID unterliegt in Deutschland strengen Auflagen. Es besteht jedoch die Möglichkeit, eine Polkörperdiagnostik (PKD) durchzuführen. Diese unterscheidet sich vor allem in ihrem Zeitpunkt von der PID und wird in dem kleinen Zeitfenster zwischen Befruchtung der Eizelle und der Verschmelzung beider Zellkerne durchgeführt. Hierbei können mögliche Chromosomen-Fehlverteilungen erkannt werden. Durch den Zeitpunkt ihrer Durchführung gilt die PKD als „Präfertilisationsdiagnostik“. Sie kann das Risiko von Erbkrankheiten zwar nicht so umfassend wie die PID ausschließen, jedoch ist ihre Verwendung in Deutschland weniger Beschränkungen als die PID unterworfen.

Auch in Österreich gestattet der Gesetzgeber die PID bei entsprechenden Voraussetzungen

In Österreich sieht die Gesetzeslage hinsichtlich der Präimplantationsdiagnostik ähnlich aus wie in Deutschland. Unter strikten gesetzlichen Vorgaben ist diese erlaubt: Nach drei IVF-Fehlgeburten darf ein Embryo vor der Einsetzung in die Gebärmutter der entsprechenden Patientin untersucht werden. Außerdem ist die PID zulässig, wenn wegen der genetischen Anlage eines Elternteils die Gefahr einer schweren Erbkrankheit für das Kind besteht.

In Dänemark kann das PID-Verfahren unter bestimmten Voraussetzungen durchgeführt werden

In Dänemark ist die Anwendung der Präimplantationsdiagnostik nur zulässig, wenn ein erhebliches Risiko der Übertragung einer schwerwiegenden Erbkrankheit bekannt ist. Seit 2004 ist die PID zudem erlaubt, damit ein geeignetes Spendergeschwisterkind für ein bereits geborenes, aber todkrankes Kind geboren werden kann. Ärzte in Dänemark müssen die PID innerhalb eines Monats einer staatlichen Stelle melden.

Auch in den Niederlanden kann das PID-Verfahren beschränkt durchgeführt werden

In den Niederlanden sieht die Gesetzeslage hinsichtlich der PID (auch ´PGD´ genannt) ähnlich aus wie in Dänemark. Der Gynäkologe oder klinische Genetiker muss die Indikation primär festlegen. Grundsätzlich wird die PID nur bei Paaren durchgeführt, die ein stark erhöhtes Risiko auf ein Kind mit einer genetischen Anomalie (z.B.: Mukoviszidose, Hämophilie, Morbus Huntington oder Muskeldystrophie) haben. Die Indikation muss in der PGD-Arbeitsgruppe in Maastricht, und beim nationalen PID-Indikationsausschuss diskutiert und bestätigt werden. Auch die gesetzlichen Bedingungen für IVF/ICSI müssen erfüllt werden (maximal 40 Jahre alt, BMI < 35 kg/m2 und maximal 3 Versuche). Die PID wird immer vom MUMC+ in Maastricht durchgeführt.

Carrier Screening – in Europa noch nicht verbreitet

Neben den Möglichkeiten der PID und der PKD wird in den USA auch immer häufiger das sogenannte Carrier Screening eingesetzt. Hierbei werden mittels Bluttest beide Elternteile darauf untersucht, ob sie Träger rezessiver Erbkrankheiten sind, von denen die künftigen Kinder betroffen sein können. Es können hierbei bis zu 2500 genetische Mutationen abgedeckt werden.

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