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Samenspende – nicht immer eine leichte Entscheidung

28. März 2019


Die Entscheidung für eine donogene Behandlung (Samenspende) ist oft nicht einfach. Behandlungen mit Samenspenden kommen dann in Frage, wenn der Samen des eigenen Partners nicht zur Zeugung eines Kindes führt. Für einige Kinderwunschpaare eine selbstverständliche Alternative, für andere der letzte Ausweg.

Für heterosexuelle Paare, die eine Familie gründen wollen, sich jedoch mit der Unfruchtbarkeit des Mannes konfrontiert sehen, ist die Entscheidung für einen donogene Behandlung nicht immer eine leichte Entscheidung. Der Kinderwunsch ist bei den meisten Menschen tief verwurzelt. Für den mit Abstand größten Teil der Bevölkerung ist die Möglichkeit der Empfängnis und Zeugung eine unkomplizierte Angelegenheit, die leicht als selbstverständlich angesehen werden kann. Die Erkenntnis, dass man ohne einen Samenspender kein Kind bekommen kann, ist oftmals nicht einfach zu verarbeiten. Der Weg bis zu einer Entscheidung ist nicht einfach und wird in unseren VivaNeo Kinderwunschkliniken psychologisch betreut und unterstützt.

Heterosexuelle Paare können sich gleich mit mehreren Problemen konfrontiert sehen. Für den Mann, der mit dem zukünftigen Kind nicht biologisch verwandt sein wird, kann diese Erkenntnis ein schwer zu überwindendes Hindernis darstellen. Für die Frau kann es schwer sein, zu akzeptieren, dass sie ein Kind mit den Genen eines unbekannten Mannes zeugen wird. In diesem Fall kann es hilfreich sein, sich darüber Gedanken zu machen, was einen Vater für ein Kind wirklich ausmacht: Ein Vater ist die wichtigste männliche Bezugsperson im Leben eines Kindes und deckt die folgenden Lebensbedürfnisse ab: Liebe, Fürsorge, Trost, Hilfe. Er ist körperlich und emotional präsent in allen Belangen der Erziehung des Kindes. Alle diese Werte sind auf die eine Person bezogen, die im Leben eines Kindes tatsächlich anwesend ist. Sie haben nichts mit Biologie zu tun.

Sobald das Paar im Stande ist, das Thema unter diesem Gesichtspunkt zu betrachten, ist es bereit für den nächsten Schritt bei der Entscheidung für den richtigen Samenspender.

Für eine alleinstehende Frau ist es am schwersten, die Tatsache zu akzeptieren, dass sie eine Familie nicht so gründen wird, wie sie es sich immer vorgestellt hat. Dieser Prozess kann einige Monate in Anspruch nehmen oder sich auch über mehrere Jahre hinziehen. Die meisten alleinstehenden Frauen nutzen diese Zeit, um mit ihrer Familie, Freunden usw. zu sprechen. Um ein Kind alleine großziehen zu können, ist ein engmaschiges Netzwerk wichtig. Wenn man die Unterstützung, Akzeptanz und den Segen der Menschen um sich herum spürt, können das die entscheidenden Faktoren sein, um die Möglichkeit zu akzeptieren und zu ergreifen, die Fruchtbarkeitsbehandlung alleine zu absolvieren und dies mit einem guten Gefühl zu tun.

Sobald sie die Entscheidung getroffen hat, selbst Mutter zu werden, ist eine alleinstehende Frau bereit für den nächsten Schritt bei der Entscheidung für eine donogene Behandung und für die Auswahl eines Samenspenders. Eine Samenspende für alleinstehende Frauen ist in Deutschland eigentlich nicht erlaubt, in einigen Bundesländern wird dies jedoch geduldet. In Österreich ist es gesetzlich nicht erlaubt. In Dänemark ist die Behandlung von alleinstehenden Frauen und lesbischen Paaren gesetzlich möglich und etabliert.

Grundsätzlich gibt es die Unterscheidung zwischen einer offenen und anonymen Samenspende. In Dänemark beispielsweise hat man die Wahl. In Deutschland, Österreich und den Niederlanden gibt es keine Wahlmöglichkeit, da hier nur eine offene Samenspende möglich ist. Bei einem anonymen Spender hat man Einblick in Informationen über die Eigenschaften des Spenders, Hobbys, Gesundheitsdaten der Familie, Bilder usw. Diese Angaben sind auch bei der Auswahl eines offenen Spenders verfügbar, in Deutschland wird jedoch kein Bildmaterial zur Verfügung gestellt. Die oben genannten Informationen geben nur einen knappen Überblick über die Auswahlmöglichkeiten und die Informationen, die Sie über die Samenspender erhalten können. In der Praxis hängt vieles davon ab, von welcher Samenbank Sie Sperma beziehen. In manchen Fällen hängt der Umfang der Informationen auch davon ab, welchen Preis Sie bereit sind, dafür zu zahlen. In den meisten Fertilitätskliniken können Sie Sperma auch direkt erwerben, so auch bei VivaNeo. Darüber hinaus hat das Kind das Recht die Identität des Spenders zu erfahren, wenn es 14, 16 oder 18 Jahre alt ist, je nachdem, in welchem Land die Behandlung erfolgt ist. Seit Juli 2018 gilt das Samenspenderegistergesetz in Deutschland, welches die Auskunftsansprüche regelt.

Kind aus Samenspende – Wie erkläre ich es meinem Kind?

Fragen Sie sich selbst, wie würden Sie als Kind empfinden, wenn Sie durch eine Samenspende gezeugt worden wären: Würden Sie das wissen wollen? Wäre es für Sie wichtig, mit 18 Jahren die Identität des Spenders kennenzulernen?

Ein sehr wichtiger Aspekt bei dieser Überlegung ist der folgende: Welche Informationen hätten Sie von Ihren Eltern gewünscht?

Als alleinstehende Frau oder lesbisches Paar ist es naheliegend, dem Kind von seiner biologischen Herkunft zu erzählen, da das Kind höchstwahrscheinlich in sehr jungen Jahren danach fragen wird. Schließlich wird das Kind sich an seinem gesellschaftlichen Umfeld orientieren und sehr früh erkennen, dass zu den meisten Familien eine Mutter und ein Vater gehören. „Wo ist mein Vater?“ wird daher eine sehr wahrscheinliche Frage sein.

Bei einem heterosexuellen Paar wird das Kind darüber nicht nachdenken. Wann ist in diesem Fall also der richtige Zeitpunkt, darüber zu sprechen? Es ist auf jeden Fall ratsam, es dem Kind irgendwann zu sagen. Verschiedene Umstände im späteren Leben können dazu führen, dass das Kind es trotzdem herausfindet und es ist sehr wichtig, dass diese Informationen von den Eltern selbst kommen und nicht von jemand anderem. Studien haben gezeigt, dass es sich nachteilig auf gegenwärtige und zukünftige Beziehungen auswirken kann, wenn die Aufklärung über die Herkunft in der Pubertät oder im Erwachsenenalter erfolgt. Wenn ein Mensch merkt, dass ihm die Wahrheit lange Zeit vorenthalten wurde, ist es schwer, wieder Vertrauen zu fassen.

Die Tatsache, dass der Vater nicht der biologische Vater ist, ist für ein kleineres Kind viel einfacher zu verarbeiten als für einen Teenager oder einen Erwachsenen. In der Tat, finden kleine Kinder diese Art von Informationen nicht schockierend. Es ist ihnen wichtig, liebevolle Eltern zu haben, nicht mit wem sie biologisch verwandt sind. Wenn man einem Kind im frühen Alter davon erzählt, bedeutet das, dass die Nachricht nicht als ein Schock empfunden wird. Entscheidend ist, dass die Sprache einfach und dem Entwicklungsstand angemessen ist und die Informationen wie kleine Bausteine zusammengefügt werden.

Die meisten Frauen und Paare wählen einen Spender, dessen Eigenschaften ihren eigenen oder denen ihres Partners ähnlich sind. Dabei ist jedoch zu beachten, dass dies nicht automatisch bedeutet, dass das Kind notwendigerweise wie eines seiner beiden Elternteile aussehen wird. Gene können Generationen überspringen. Allerdings kommt es immer noch häufig vor, dass das heranwachsende Kind beiden Elternteilen auf unterschiedliche Weise ähnelt, auch dem nicht-biologischen Elternteil. Die Art und Weise, wie ein Mensch geht, spricht, lächelt, lacht und handelt, wird hauptsächlich von den Menschen beeinflusst, von denen man umgeben ist, und nicht von den Genen.  

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