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Herausforderung der Balance

22. August 2018


Frauen mit Diabetes und Kinderwunsch brauchen eine interdisziplinäre Betreuung

Der Stoffwechsel der Mutter ist während der Schwangerschaft eng mit dem des Kindes verbunden. Was so selbstverständlich klingt, ist für schwangere Diabetikerinnen eine Herausforderung der Balance. Denn der sich permanent verändernde Hormonstatus vor, während und nach einer Schwangerschaft wirkt sich auf den Stoffwechsel und damit auf den Insulinbedarf aus, und ein unausgeglichener Insulinstatus kann Risiken für das ungeborene Kind bedeuten. Durch eine intensive medizinische Begleitung von Diabetikerinnen mit Kinderwunsch kann man die Risiken heute glücklicherweise minimieren

Was sollten Diabetikerinnen wissen, wenn sie ein Kind bekommen möchten?


1. Schwangerschaft planen
Für Diabetikerinnen mit Kinderwunsch gilt, dass sie bei allen Emotionen, die mit diesem Thema verbunden sind, sinnvollerweise mit Weitblick die Schwangerschaft planen. Dafür ist es zu empfehlen, gute gesundheitlich Voraussetzungen zu schaffen. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung ebenso wie prophylaktische Diagnostik typischer Diabetes-Begleiterkrankungen und anderer Erkrankungen, die ggf. medikamentös behandelt werden müssen. Frühzeitig erkannt, kann die Therapie noch vor der Schwangerschaft erfolgen und somit eine Belastung des Fötus oder der Mutter vermieden werden. 
Eine Schwangerschaft birgt ein für Diabetikerinnen höheres Risiko für Komplikationen wie eine Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie), Infektionen z.B. der Harnwege und Kaiserschnitt-Entbindungen. 

2. Den Insulinbedarf anpassen
Diabetes ist eine Krankheit, die Achtsamkeit erfordert. Neben regelmäßigen Ultraschalluntersuchungen, um sich der Gesundheit des Kindes zu vergewissern, steht bei einer schwangeren Diabetikerin die Gesundheit der Mutter im Zentrum: Blutzuckermessungen vor und nach den Mahlzeiten, vor dem Schlafengehen und sogar nachts werden essenziell für das Wohlbefinden von Mutter und Kind. Im ersten Schwangerschaftsdrittel ist die Gefahr schwerer Unterzuckerungen (Hypoglykämien) vor allem bei Frauen mit Typ-1-Diabetes sehr groß. Im weiteren Schwangerschaftsverlauf dann steigert sich der Bedarf an Insulin enorm, um 50 bis 100 Prozent, bei übergewichtigen Frauen mit Typ-2-Diabetes ist der Bedarf sogar noch höher. Entgegengesetzt ist die Situation ab der Geburt: Hier sinkt der Bedarf schlagartig auf Werte, die weit niedriger sein können als die Dosis vor der Schwangerschaft. 
In einer gemeinschaftlichen Zusammenarbeit von Gynäkologen, Diabetologen, Hausarzt und Internist ist eine Diabetikerin mit Kinderwunsch vor, während und nach der Schwangerschaft medizinisch deshalb am besten aufgehoben. Sie können die Frau interdisziplinär, engmaschig und langfristig so betreuen, dass Mutter und Kind möglichst gesund bleiben.

3. Eine passende Klinik wählen
Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) rät Diabetikerinnen, in einer Klinik mit einer Spezialisierung auf Neonatologie, also der Neugeborenenmedizin, zu entbinden. So können die Fachärzte sofort auf die besondere Situation des Kindes eingehen und auf eine etwaige spontane Unterzuckerung des Kindes schnell und professionell reagieren. 

4. Stillen ja oder nein?
Es ist erwiesen, dass rasches Stillen in der ersten Lebenswoche des Säuglings in einem bestimmten Maß wichtig ist, um akute Unterzuckerungen des Kindes und eine Disposition für einen späteren Typ-1-Diabetes sowie Übergewicht zu vermeiden. Der Insulinbedarf der Mutter kann in der Stillzeit sinken. 

5. Schwangerschaftsdiabetes
Der sogenannte Schwangerschaftsdiabetes ist eine dem Typ-2-Diabetes ähnliche Stoffwechselerkrankung, die vor allem durch Übergewicht – einem BMI über 25 – und außerdem durch mangelnde Bewegung, unausgewogene Ernährung sowie genetische Dispositionen begünstigt wird. Auch normalgewichtige Frauen mit einer extremen Gewichtszunahme während der Schwangerschaft sind gefährdet. 
Bei einem positiven Befund gilt für die werdende Mutter dieselbe Notwendigkeit einer intensiven interdisziplinären Begleitung wie für eine Diabetikerin. Hinzu kommt, dass die Krankheit für die Betroffene eine völlig neue Materie ist, mit der sie sich auseinandersetzen muss. Leider bedeutet ein in der Schwangerschaft erworbener Diabetes, dass die Schwangere später mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Diabetes mellitus (auch Zuckerkrankheit genannt) entwickelt. Insofern betrifft das Thema Diabetes-Vorsorge potenziell jede Frau, die ein Kind bekommen möchte und sollte in der Beratung von Frauen mit Kinderwunsch einen wichtigen Platz einnehmen. 

Quellen: Claudi-Böhm / Böhm: Diabetes und Schwangerschaft, Ulm 2007; Diabetes-Informationsdienst München; Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin.

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