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Happy Birthday Louise Brown – Lesen Sie das große Interview!

26. Juli 2018


Am 25. Juli 1978 kam Louise Brown zur Welt – als erstes Baby, das durch In-vitro-Fertilisation (IVF) gezeugt wurde. Vor 40 Jahren legten Patrick Steptoe und Robert Edwards, denen es 1977 gelang, die Ei- und Samenzellen von Louise Browns Eltern außerhalb des Körpers zu befruchten, hierdurch den Grundstein des Schaffens der modernen Reproduktionsmedizin.

Zu diesem besonderen Anlass freuen wir uns gemeinsam mit Louise Brown und lassen Sie mit unserem großen Interview an ihrer Geschichte teilhaben. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen – sehen Sie hier außerdem unser Videointerview. Happy Birthday Louise Brown!

Louise Brown Interview

Liebe Frau Brown, Ihr Geburtstag ist für die Geschichte der reproduktiven Medizin ein Tag von großer Bedeutung und war damals, vor mittlerweile 40 Jahren, ein sensationelles Ereignis. Ihre Geburt als erster Mensch, der durch In-Vitro-Fertilisation (IVF) gezeugt wurde, hat Millionen von Menschen mit einem unerfüllten Kinderwunsch Hoffnung gegeben und gleichzeitig eine Revolution in der Reproduktionsmedizin ausgelöst. Heute sind Sie selbst Mutter zweier Kinder und engagieren sich aktiv, um durch Ihre Lebensgeschichte über das Thema IVF aufzuklären. Wir freuen uns, mehr über Sie und Ihre besondere Geschichte zu erfahren.

Wann haben Sie erfahren, dass Sie durch IVF entstanden sind? Wie haben es Ihre Eltern Ihnen erklärt?

Als ich vier Jahre alt war, setzten sich meine Mutter und mein Vater mit mir zusammen und zeigten mir den Film meiner Geburt. Sie sagten einfach, dass meine Mutter die Hilfe von Robert Edwards und Patrick Steptoe brauchte, damit ich geboren werden konnte. Der Film ist inzwischen auf YouTube zu sehen - schauen Sie ihn sich einfach mal an! Ich war damals kurz davor in die Schule zu kommen, und meinen Eltern war bewusst, dass das Thema aufkommen würde. Ich glaube ich war in etwa 10 Jahre alt, als mir so langsam klar wurde, was die Sache bedeutete. Ich glaube nicht, dass meine Eltern sich je hätten vorstellen können, wie sich IVF entwickeln würde. Letzten Meldungen zufolge gibt es weltweit inzwischen etwa acht Millionen IVF-Kinder. Ich bin ein ganz normaler Mensch, mit einem Job, einem Mann, zwei Kindern und ehrlich gesagt ist es ein klein wenig erschreckend, dass mich so viele Menschen auf der ganzen Welt kennen. 

Erzählen Sie uns von Ihrer Geschichte – Wie war es mit dem Wissen als erster Mensch, der durch künstliche Befruchtung entstanden ist, aufzuwachsen? 

Nachdem wir einige Jahre lang zusammen um die Welt gereist waren, haben mich meine Eltern aus dem Rampenlicht genommen, um mir ein normales Leben zu ermöglichen. Die meiste Zeit verbringe ich entweder ganz normal auf der Arbeit oder mit meiner Familie, und plötzlich kommt dann eine Presseanfrage oder eine Einladung einer IVF-Klinik oder ein Student, der mir ein paar Fragen stellen möchte. Heutzutage habe ich jemanden, der sich um diese Anfragen kümmert, die aus der ganzen Welt kommen. Mit dem 40. Jahrestag kamen Einladungen von vier verschiedenen Kontinenten. Ich konnte vor Ort mit eigenen Augen sehen, welch großartige Arbeit geleistet wird, um Menschen mit Fruchtbarkeitsproblemen zu helfen. Ich habe ein Buch über die ganze Geschichte von dem geschrieben, was meiner Familie passiert ist. Ich wollte, dass die Menschen von all den verrückten Dingen lesen können, die wir erlebt haben - und immer noch in Folge dessen erleben, wie die Welt auf meine Geburt reagiert hat. Es trägt den Titel: „Vierzig Jahre IVF - Mein Leben als erstes Baby aus dem Reagenzglas“. Die meisten Leute sind freundlich und höflich, aber hin und wieder gibt es immer noch negative Kommentare zu IVF, vor allem online.

Sie engagieren sich sehr in der Aufklärung über IVF und im Empowerment für Kinderwunschpaare – Was können Sie, aufgrund Ihrer Erfahrungen, Menschen mit einem unerfüllten Kinderwunsch für ihren Weg mitgeben?

Meine Mutter hat immer fest daran geglaubt, dass sie ein Kind bekommen würde. Auch wenn die Technik nie zuvor funktioniert hatte, hat sie Hoffnung und Glauben niemals aufgegeben. Sie hat immer gesagt, das hätte ihr sehr geholfen. Ich kann den Menschen nur sagen: Behalten Sie Ihren Glauben daran, dass es auch bei Ihnen klappen wird. 

Was glauben Sie? Wie hat Ihre Lebensgeschichte andere Menschen positiv beeinflusst?

Eigentlich sind es meine Mutter und mein Vater, die all das Lob und die Aufmerksamkeit verdient hätten. Ich habe doch nichts getan, außer gesund zur Welt zu kommen! Wenn über das Thema IVF gesprochen wird, fällt immer zunächst mein Name, dabei sind die wahren Pioniere dieser Geschichte Robert Edwards, Patrick Steptoe, ihr Assistent Jean Purdy und meine Eltern, Lesley und John Brown. Sie haben gemeinsam die Welt verändert.


Frau Brown, wir danken Ihnen sehr herzlich, dass Sie sich für unsere Fragen Zeit genommen haben. Zu Ihrem Geburtstag wünschen wir Ihnen alles erdenklich Gute und zukünftig noch viele weitere erfolgreiche und glückliche Jahre gemeinsam mit Ihrer Familie!

Sehen Sie hier auch unser Videointerview

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