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Einsenderinformationen

Auf dieser Seite finden Sie Informationen für Ärzte und Patienten zu aktuellen Themen.

Einsenderinformation zur Bestimmung des Lupus-Antikoagulans und von Autoantikörpern gegen
Annexin 5

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass ab sofort unsere Diagnostik des Antiphospholipid-Syndroms (APS) erweitert wird. Die Bestimmung des Lupus-Antikoagulans (LA) umfasst jetzt auch einen Bestätigungstest und ggf. eine weitere Abklärung durch Plasmatauschversuche. Zusätzlich bieten wir eine Bestimmung der IgG- und IgM-Autoantikörper gegen Annexin 5 an.

Obwohl ein APS oft durch verlängerte Gerinnungszeiten auffällig wird, besteht klinisch eine Thromboseneigung. Dies wird u. a. zurückgeführt auf eine Hemmung des antikoagulatorischen APC-Mechanismus und eine Thrombozytenaktivierung (bei eher reduzierter Anzahl). Außerdem finden sich Komplikationen in der Schwangerschaft wie ein intrauteriner Fruchttod vor der 10. Schwangerschaftswoche (SSW), mindestens eine Frühgeburt vor der 34. SSW oder mindestens drei aufeinanderfolgende Spontanaborte vor der 10. SSW. Ein APS kann aber auch mit unspezifischen Beschwerden wie Migräne unklarer Genese, pulmonaler Hypertonie, Hautveränderungen (Livedo racemosa) oder Herzklappenveränderungen einhergehen.

Die Bezeichnung LA steht für Autoantikörper, die bei Autoimmunerkrankungen wie dem systemischen Lupus erythematodes (SLE) auftreten. Dies betrifft bis zu einem Drittel der Fälle, ist für ein SLE-Screening mittels LA-Bestimmung aber zu selten. Bei einem schon diagnostizierten SLE und entsprechender Symptomatik kann eine LA-Testung aber sinnvoll sein. Ein LA kann auch isoliert bei einem primären APS auftreten.

Zum Nachweis eines LA wird die dRVVT (diluted Russel viper venom time) bestimmt. Durch das Gift der Russel-Viper kommt es zu einer direkten Aktivierung der Faktoren X und V mit folgender Prothrombinaktivierung. Eine Testung sollte nicht unter dem Einfluss oraler Antikoagulanzien erfolgen. Es sollte thrombozytenarmes Citratplasma (<10/nl) verwendet werden, weshalb eine zweimalige Zentrifugation vor der Bestimmung wünschenswert ist. Erfolgt die Bestimmung mehr als 4 Stunden nach der Blutentnahme, sollten die Proben bei -20 °C eingefroren werden. Bei normaler dRVVT und starkem klinischen Verdacht auf ein APS kann zusätzlich eine LA-sensitive aPTT durchgeführt werden. Ist die dRVVT verlängert, wird die Spezifität in einer dRVVT mit einem phospholipidreichen Reagenz mit geringer LA-Sensitivität überprüft. Wird die dRVVT weitgehend normalisiert, ergibt sich ein Lupus-Antikoagulans-Quotient von ≥1,2, der für den Nachweis eines LA spricht (1,2 - 1,5 schwach, 1,5 - 2 mittel, >2 stark vorhanden). Bei grenzwertigen Ergebnissen wird die Einsendung eines neuen Plasmas in etwa einer Woche empfohlen. Bei einem Wert <1,2 kann durch Plasmatauschversuche weiter abgeklärt werden, ob ein Mangel der Gerinnungsfaktoren II, V oder X ggf. in Kombination mit einem LA als Ursache der verlängerten dRVVT in Frage kommt.

Zur APS-Diagnose ist weiterhin eine immunologische Bestimmung spezifischer Antiphospholipid-Autoantikörper erforderlich. In erster Linie sollten spezifische Autoantikörper gegen Cardiolipin und ß2-Glykoprotein mittels ELISA im Serum bestimmt werden. Der bei der Lues-Diagnostik verwendete Cardiolipin-Mikroflockungstest ist dagegen für die Diagnose eines APS zu unempfindlich. Bei fehlendem Nachweis können auch noch weitere Autoantikörper, z. B. gegen Prothrombin, Phosphatidylserin oder Annexin 5, bestimmt werden. Annexin 5 ist ein antikoagulatorisch wirksames Protein der Plazenta. Autoantikörper gegen Annexin sind mit einer erhöhten Rate von Aborten, Frühgeburten und IVF-Versagen assoziiert. Es wird vermutet, dass durch die Antiphospholipid-Antikörper die antikoagulatorische Schutzwirkung von Annexin 5 in der Plazenta aufgehoben wird, sodass plazentare Thrombosen und eine Ablösung der Plazenta auftreten können.

Ein LA kann transient, z. B. bei einer entzündlichen Stoffwechsellage, auftreten. Dies gilt auch für die spezifischen Antiphospholipid-Autoantikörper, insbesondere vom IgM-Typ. Für die Diagnose eines APS sollte ein relevanter Laborparameter daher zweimal in einem Abstand von mindestens 3 Monaten nachgewiesen werden. Außerdem sollte mindestens ein klinisch relevantes Symptom vorliegen.

Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gerne für nähere Auskünfte zur Verfügung.

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Einsenderinformation zur Bestimmung von Antikörpern gegen Chlamydia trachomatis

Hiermit weisen wir Sie darauf hin, dass die Bestimmung der IgG- und IgA-Antikörper gegen Chlamydia trachomatis in unserem Labor ab sofort automatisiert mittels Chemilumineszenz-Testung auf dem Liaison®-System der Fa. Diasorin durchgeführt wird.

Zum Antikörpernachweis werden im neuen Verfahren keine komplexen Antigene aus ganzen Elementarkörperchen, sondern chemisch eindeutig definierte Antigene verwendet.

Dabei ergeben sich neue Referenzbereiche für die Indexwerte.
Diese sind für

  • IgG positiv >11 AU/ml, grenzwertig 9-11 AU/ml, negativ <9 AU/ml
  • für IgA positiv >6 AU/ml, grenzwertig 5-6 AU/ml, negativ <5 AU/ml

Grenzwertige Befunde sollten nach ca. 2 Wochen erneut kontrolliert werden.

Die Serotypen D–K von C. trachomatis verursachen verschiedene sexuell übertragbare Infektionen, die Serotypen L1-L3 das Lymphogranuloma inguinale. Erregerreservoir für C. trachomatis ist ausschließlich der Mensch. Eine Übertragung erfolgt durch sexuellen Kontakt oder perinatal. Die Inkubationszeit für Erstinfektionen beträgt etwa 1 bis 3 Wochen. Infektionen können oft unerkannt asymptomatisch verlaufen, weshalb die Dauer der Ansteckungsfähigkeit nicht genau angegeben werden kann.

Bei Männern findet man zunächst eine Urethritis mit Druckgefühl, Schmerzen, Brennen beim Wasserlassen und eitrigen Ausfluss. Die Chlamydien können aufsteigend zu einer Prostatitis und einer sehr schmerzhaften Epididymitis führen. Als Folge der Prostatitis wird auch eine Sterilität des Mannes diskutiert. Die Infektion kann auch als Proktitis, Pharyngitis oder Konjunktivitis in Erscheinung treten. Als Folgeerkrankungen können eine Arthritis, eine Tendovaginitis und selten auch ein Morbus Reiter auftreten.

Bei Frauen manifestiert sich eine Infektion zunächst als Zervizitis, kann aber auch als Urethritis oder Bartholinitis imponieren und wird spätestens dann symptomatisch. Ein Aufsteigen des Erregers kann eine Salpingitis, Endometritis und Perihepatitis (Fitz-Hugh-Curtis-Syndrom) zur Folge haben. Die Salpingitis kann zu Verklebungen und narbigen Strikturen führen und ist einer der wichtigsten Gründe für extrauterine Schwangerschaften und die sekundäre Sterilität von Frauen. Maternale IgG-Antikörper im Blut von Neugeborenen sind nicht protektiv. Bei infizierten Schwangeren kommt es in etwa 2/3 der Fälle bei Durchtritt durch den Geburtskanal zu einer Infektion des Neugeborenen, die aber auch nach einer Schnittentbindung möglich ist. Meistens entsteht eine Konjunktivitis, seltener eine Otitis media. Eine Prophylaxe nach Credé mit 1%iger Silbernitrat-Lsg. oder mit 2.5 % Polyvidon-Iod Lsg. bietet keinen effektiven Schutz. Wird erregerhaltiges Vaginalsekret während der Geburt aspiriert, kann es zu einer schweren Pneumonie des Neugeborenen kommen.

Wird eine Infektion nachgewiesen, sollte zur Vermeidung von Reinfektionen auch bei Sexualpartnern der letzten 6 Monate eine Diagnostik und eventuelle Therapie durchgeführt werden (z. B. bei unkomplizierter Zervizitis und Urethritis mit Doxycyclin 100 mg 2 x tgl. p. o. für 7 Tage oder einmalig mit Azithromycin 1 g oder 1,5 g p. o.). Nach Einmalgabe sollte eine sexuelle Abstinenz von 1 Woche eingehalten werden. Während einer Schwangerschaft sind Doxycyclin, Levofloxacin und Erythromycin-Estolat, nicht aber das –Stearat, kontraindiziert. Eine Koinfektion mit Neisseria gonorrhoeae ist relativ häufig und sollte ggf. abgeklärt werden, evtl. auch Infektionen mit HBV, Treponema pallidum, HPV, HIV und Mycoplasma genitalium (bei Therapieversagen nach Azithromycinbehandlung).

Die Diagnose erfolgt durch einen direkten Erregernachweis mittels PCR aus Abstrichmaterial oder Erststrahlurin, möglichst mindestens eine Stunde nach dem letzten Wasserlassen. Eine Anzucht in der Zellkultur ist aus zellreichen Zervix-, Urethra-, Rektum- oder Konjunktivalabstrichen möglich.
Die Serologie ist zur Abklärung besonders geeignet, wenn die Erreger bereits aszendiert sind oder eine chronische Chlamydien-Infektion besteht. Antikörper werden nach Infektion mit C. trachomatis erst nach ca. 6 bis 8 Wochen messbar, sind also bei einer akuten Infektion kaum zu erwarten. IgA-Antikörper im Serum stellen keinen Akuitätsmarker dar. Sie können bei akuten Infektionen fehlen, aber auch monate- oder sogar jahrelang persistieren. In Sperma spricht ein IgA-Nachweis eher für eine aktive Infektion. Nach erfolgreicher Therapie ist beginnend nach einem halben Jahr ein langsamer Ak-Abfall im Sperma innerhalb von 1 - 2 Jahren zu erwarten. Positive serologische Befunde sollten bei fehlender Symptomatik nicht zwangsläufig als persistierende Infektion interpretiert werden. Die serologische Diagnostik kann insbesondere zur der Differenzialdiagnose bei Sterilität und Folgeerkrankungen wie einer Arthritis von Nutzen sein. Manchmal ist die Interpretation durch kreuzreagierende Antikörper gegen C. pneumoniae erschwert. 

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Immunologischer Nachweis von okkultem Blut im Stuhl (iFOBT)

Der immunologische Nachweis von Hämoglobin im Stuhl (iFOBT) kann ab dem 1. April 2017 als Kassenleistung erbracht und abgerechnet werden. iFOBT steht für immunologischer Faecaler Okkulter Blut-Test.

Ab dem 1. April 2017 darf der Guajak-basierte Test, der die bisherige Kassenleistung darstellte, nicht mehr im Rahmen der Krebsfrüherkennung abgerechnet werden. Für kurative Indikationen gilt eine Übergangsfrist bis zum 30. September 2017. Ab dem 1. Oktober 2017 ist der Guajak-Test (GOP 01734) dann keine GKV-Leistung mehr.

Im Rahmen einer jährlichen Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchung ab dem 50. Lebensjahr können alle GKV-Patienten eine Stuhlprobe auf okkultes Blut untersuchen lassen. Für Versicherte ab dem 55. Lebensjahr übernimmt die GKV alle zwei Jahre den iFOBT als Alternative zur Darmspiegelung.

Gegenüber dem Guajak-Test ist der iFOBT besser standardisiert und liefert quantitative Ergebnisse. Die Sensivität und Spezifität des neuen Tests ist deutlich besser. Es gibt keine Verfälschungen der Ergebnisse durch Nahrungsmittelbestandteile wie tierisches Blut, durch Vitamin C oder Medikamente. Entsprechende diätische Empfehlungen an den Patienten sind nicht erforderlich.

 

Probenröhrchen

Die Entnahme des Stuhls durch den Patienten erfolgt mit einem Stuhlproben-Entnahmeset direkt in ein puffergefülltes Stuhlsammelröhrchen. Das Stuhlproben-Entnahmeset bestehend aus Stuhlsammelröhrchen, Beutel, Saugeinlage, Stuhlfänger und Anwendungsvorschrift können Sie kostenfrei über unser Labor bestellen. Das Stuhlsammelröhrchen muss umgehend, spätestens am nächsten Tag nach der Stuhlproben-Entnahme wieder zurückgegeben werden. In Ihrer Praxis muss das Stuhlsammelröhrchen mit einem Patientenaufkleber/Barcode versehen und mit einem Anforderungsschein an das Labor weitergeleitet werden. Auf dem Entnahmeröhrchen muss unbedingt das Entnahmedatum vermerkt werden. Der Probentransport kann bei Raumtemperatur erfolgen.

Aufgrund der Qualitätsvorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses dürfen wir ausschließlich die von uns ausgegebenen Stuhlsammelröhrchen annehmen. Produkte anderer Hersteller oder die konventionellen Stuhlproben können für die Vorsorgeuntersuchung nicht verwendet werden. Das Stuhlröhrchen ist nur für den iFOBT geeignet.


Anforderung

»iFOBT« oder »Immunologischer Stuhltest« auf dem jeweiligen Anforderungsschein unter »Auftrag« vermerken. Bei GKV muss zusätzlich das Feld »Präventiv« oder »Kurativ« angekreuzt werden.

 

Abrechnung

Mit der GOP 01737 ist eine neue Gebührenordnungsposition im EBM aufgenommen worden, die von dem/der behandelnden Arzt/Ärztin für Ausgabe, Rücknahme und Weiterleitung des Probengefäßes sowie Beratung auch nach positivem Test berechnet werden kann. Die GOP 01737 ist mit 57 Punkten (ca. 6 €) bewertet und kann nur im Rahmen einer Darmfrüherkennung angesetzt werden. Das Stuhlproben-Entnahmesystem beziehen die Ärzte über das Labor. Abrechnen können alle Fachgruppen, die bisher die GOP 01734 berechnen konnten, das heißt Hausärzte, Chirurgen, Gynäkologen, Hautärzte, Fachinternisten und Urologen.

Das Labor, welches den iFOBT als präventive Leistung auswertet, kann die GOP 01738. die mit 75 Punkten (ca. 7,90 €) bewertet ist, abrechnen. Die Vergütung beinhaltet die Kosten für das Stuhlproben-Entnahmeset.

Bei einer kurativen Fragestellung kann für den iFOBT die GOP 32457 angesetzt werden. Diese GOP ist niedriger bewertet und wird mit 6,21 € (abzüglich Quotierung) vergütet. Hierbei handelt es sich um Leistungen des Facharztlabors.

Als IGEL-Leistung stellen wir dem Patienten 10,49€ in Rechnung.

Die Durchführung der Analyse erfolgt in unserem Partnerlabor.

Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung

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Bestimmung von Faktor XII, Faktor XIII, sowie des Plasminogenaktivator-Inhibitors-1

Die Bestimmung von Faktor XII, Faktor XIII, sowie des Plasminogenaktivator-Inhibitors-1 (PAI) wird ab sofort in unserem Labor durchgeführt.

Die Analyse läuft vollautomatisch auf dem BCS der Fa. Siemens.

Aufgrund der Methodenumstellung gelten ab sofort neue Referenzbereiche. Diese sind:

  • Faktor XII: 70 – 150 % (statt bisher 35 - 207 %)
  • Faktor XIII: 70 – 140 % (statt bisher 55 - 155 %)
  • PAI: < 7 U/ml (statt bisher <25 ng/ml)

Der aktivierte Faktor XII ist der Startpunkt des intrinsischen Systems der Blutgerinnung und aktiviert F. XI, was über mehrere Zwischenschritte zur Fibrinbildung führt. Eine erniedrigte F. XII-Aktivität führt zu einer stark verlängerten aPTT. Allerdings zeigen Patienten mit erniedrigten F. XII-Aktivitäten keine vermehrte Blutungsneigung, da für die Hämostase in den Gefäßen die Thrombozyten die Hauptrolle spielen. Es wurde zwar eine verstärkte Thromboseneigung (wahrscheinlich durch eine geringer aktivierte Fibrinolyse) bzw. ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko diskutiert, was aber bis jetzt nicht bestätigt werden konnte. Erhöhte Werte treten bei Schwangerschaft, Diabetes mellitus, Einnahme oraler Kontrazeptiva auf, erniedrigte Werte finden sich u. a. bei einem angeborenen Mangel, Thrombosen, Hyperfibrinolyse, Leberfunktionsstörung, nephrotisches Syndrom, Amyloidose, starkem Lupus Antikoagulanz, Therapie mit r-Hirudinen und Argatroban.

Faktor XIII hat verschiedene biologische Funktionen: Er fördert die Wundheilung und ist mitentscheidend für den Erhalt einer Schwangerschaft. Außerdem moduliert der F. XIII Entzündungsreaktionen sowie die endotheliale Permeabilität und spielt auch eine Rolle bei der Zelladhäsion, der Zellproliferation und der angiogenen Aktivität. Als letztes Glied der Gerinnungskaskade sorgt er für die Quervernetzung des Fibrins, so dass ein Mangel zu einer erhöhten Blutungsneigung, insbesondere Nachblutungen bei Verletzungen, führt. Ein Faktor XIII-Mangel ist nur sehr selten angeboren. Ein erworbener F. XIII-Mangel kommt u. a. vor bei Lebersynthesestörungen (auch medikamentös bedingt), Asparaginasetherapie, Verbrauchs- und Verlustkoagulopathie, Verbrennungen, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen oder akuter Promyelozytenleukämie. Gegen Ende der Schwangerschaft fällt die FXIII-Aktivität leicht ab.

Plasminogen-Aktivator-Inhibitoren wirken als Hemmstoffe der Fibrinolyse. Von derzeit vier bekannten Typen ist Typ 1 der wichtigste. Er ist ein Inhibitor des gewebespezifischen Plasminogenaktivators (engl. tissue plasminogen activator, t-PA) und der Urokinase, die beide Plasminogen zu Plasmin umwandeln, welches Fibrinpolymere zu Fibrin und Fibrinogen abbaut. Eine vermehrte Bildung von PAI-1 etwa im Rahmen eines metabolischen Syndroms ist daher ein unabhängiger Risikofaktor für eine Thrombembolie. In der zweiten Hälfte der Schwangerschaft ist PAI erhöht. Eine weitere Abklärung einer funktionalen Defizienz der oben genannten Faktoren ist durch eine Genanalyse aus EDTA-Blut möglich. So wurden eine Präeklampsie als auch rezidivierende, spontane und frühe Aborte mit uteroplazentaren Thrombosen assoziiert, bei denen ein auffälliger PAI-1 Genotyp gefunden wurde. Es ist erwähnenswert, dass eine Beteiligung der erwähnten Faktoren an der Pathogenese anderer Krankheiten diskutiert wird. Faktor XII kann nach neuesten Forschungsergebnissen möglicherweise an der Entstehung der multiplen Sklerose beteiligt sein. Ein Mangel an Faktor XIII kann dazu führen, dass sich nach einem Myokardinfarkt keine mechanisch stabile Narbe entwickelt und es ggf. zu einer Ruptur kommen kann. Im Rahmen einer Alzheimer Erkrankung wird eine verstärkte tPA-Inhibierung durch PAI-1 beobachtet, was einen verminderten Abbau von beta-Amyloid durch Plasmin zur Folge hat.

Bitte beachten Sie die Besonderheiten in der Präanalytik für Gerinnungsproben. Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung

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Bestimmung von extrahierbaren antinukleären Autoantikörper (ENA)

Ab sofort wird die Bestimmung von ENA-Screen in unserem Labor mittels Chemilumineszenz-Assay durchgeführt wird. Die Analyse läuft vollautomatisch auf dem Liason der Fa. DiaSorin. Die Bestimmung erfolgt im Serum.

Die Bestimmung der extrahierbaren antinukleären Autoantikörper (ENA), wird vor allem zur Untersuchung systemischer Autoimmunerkrankungen verwendet. Der ENA-Screen-Test erfasst Autoantikörper (AAK) gegen RNP/Sm, SS-A (Ro), SS-B (La), Sci-70, Jo-1 und Zentromer (CENP-B). Ein negatives Ergebnis zeigt an, dass die im Panel erfassten Autoantikörper nicht nachweisbar sind, schließt eine Kollagenose aber nicht aus. Ein positives oder grenzwertiges Ergebnis sollte weiter abgeklärt werden, kann aber auch bei anscheinend gesunden Personen vorkommen. Im Allgemeinen erfolgt eine ENA-Testung nach einem Nachweis sogenannter antinukleärer Autoantikörper (ANA). Bei schwangeren Frauen sollte eine Untersuchung auf ENA-Autoantikörper auch bei einem negativen ANA-Test durchgeführt werden, um das Vorliegen von Anti-SS-A-AAK auszuschließen.

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Information zur Gelenkpunktat-Diagnostik

Für die Abklärung von Gelenkerkrankungen kann die Analyse der Synovialflüssigkeit wichtige Informationen für diagnostische und therapeutische Entscheidungen liefern.

Basismäßig können das Volumen, das Aussehen und die Viskosität des Punktates untersucht werden. Mikroskopisch werden die Kristallbildung, die Zellzahl und nach Anfärbung die Zelldifferenzierung untersucht. Außerdem erlauben entsprechende Färbungen einen mikroskopischer Direktnachweis von Mikroorganismen einschließlich Mykobakterien. Zur weiterführenden Diagnostik kann eine Anzucht einschließlich Resistenzbestimmung dienen. Ein Erregernachweis von nicht oder nur schwierig aus Synovialflüssigkeit anzüchtbaren Keimen wie Borrelien, Chlamydien, Neisserien und Viren ist mittels Polymerasekettenreaktion (polymerase chain reaction, PCR) möglich.

Eine Bestimmung zusätzlicher Parameter kann in Einzelfällen sinnvoll sein, erbringt aber oft nicht mehr Informationen als die Bestimmung der Serumwerte. Dies betrifft u. a. die Untersuchung auf Gesamteiweiß, Harnsäure, alkalische Phosphatase (AP), Lactatdehydrogenase (LDH), Immunglobuline (IgG, IgA, IgM), Komplementfaktoren (C3, C4), C-reaktives Protein (CRP), Rheumafaktor, Antikörper gegen cyclische citrullinierte Peptide/Proteine (anti-CCP bzw. anti citrullinated peptide/protein antibodies, ACPA) Antistreptolysin O (ASL-O) und antinukleäre Antikörper (ANA).

Zur Materialgewinnung ist eine strikt aseptische Punktion durchzuführen. Ein EDTA-Röhrchen sollte für die Bestimmung der Zellzahl und Anfertigung eines Ausstriches benutzt werden. Lithium-Heparin sollte nicht verwendet werden.

Es kann zu Artefakten beim Kristallnachweis führen. Dieser sollte bevorzugt aus einer Probe ohne Zusätze erfolgen. Daher wird eine Aufteilung der Flüssigkeit auf mindestens zwei entsprechende Röhrchen empfohlen. Für eine Anzucht von Mikroorganismen ist Nativmaterial aus einem sterilen Röhrchen notwendig.

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Information zur Infektion mit dem Zika-Virus

Das Zikavirus wird durch den Stich infizierter Mücken übertragen und breitet sich derzeit in Mittel-und Südamerika und vereinzelt auch in Asien aus. Eine sexuelle Übertragung durch Sperma ist möglich. Die Infektion äußert sich 3 bis 12 Tage nach dem Stich durch allgemeine grippeartige Symptome sowie durch Hautausschlag und Bindehautentzündung, sie kann jedoch oft auch asymptomatisch verlaufen. In der Regel hat ein ansonsten gesunder Patient die Infektion nach ca. einer Woche durchgestanden.

Die Untersuchung auf das Zikavirus ist besonders für Schwangere und Männer mit schwangeren Sexualpartnerinnen wichtig, denn inzwischen wird ein ursächlicher Zusammenhang einer Zika-Virus-Infektion mit schweren Hirnfehlbildungen (pränatale Mikrozephalie) beim Fötus angenommen ist. Besondere Gefahr besteht, wenn sich die werdende Mutter im ersten Drittel der Schwangerschaft mit dem Virus infiziert. Schwangere, die in ein Ausbruchsgebiet reisen wollen, sollten sich vorher reisemedizinisch beraten lassen.

Ein Nachweis des Zika-Virus erfolgt mittels PCR aus EDTA-Blut, ein Antikörpernachweis aus Serum. Bis zum 7. Tag nach Symptombeginn ist eine PCR sinnvoll, vom 8. -27. Tag eine PCR und eine Serologie, danach nur noch die Serologie. Nach einer Rückkehr aus Epidemiegebieten sollte bei Schwangeren und deren Sexualpartnern auch ohne Symptomatik eine Serologie durchgeführt werden.

Das Serum wird auf IgG- und IgM- Antikörper untersucht. Bei einem positiven Ergebnis wird eine Antikörpertiter-Bestimmung angeschlossen. Diese Leistung wird von der Krankenkasse übernommen.

Für Privatpatienten kostet die Untersuchung auf IgG- und IgM-Antikörper 30€, kommt der Antikörper-Titer dazu, kostet die Untersuchung insgesamt 60€.

Die Durchführung einer PCR-Untersuchung aus dem Urin kann sowohl als Bestätigungstest bei positivem Antikörper-Befund als auch als initialdiagnostischer Test angefordert werden. Die Koste belaufen sich auf 130€, diese Leistung wird nicht von der gesetzlichen Kasse übernommen.

Durchgeführt wird die Untersuchung im Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg und dauert ca. eine Woche bis der abgeschlossene Befundbericht vorliegt. Mehr Informationen zum Zika-Virus können Sie der Homepage des Bernhard-Nocht-Institut entnehmen.

Ein aktueller Artikel zu Thematik ist im Deutschen Ärzteblatt 2016; 113 (12): A-S47, B-459, C-455 erschienen. Seit dem 01.05.2016 besteht eine Meldepflicht nach §7Abs.1 IfSG für den direkten oder indirekten Nachweis von Zika-Viren, soweit der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist.

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Information zur Bestimmung des freien Testosterons

Gerne möchten wir Sie über die Verbesserung der Bestimmung des freien Testosteron in Kenntnis setzen.

Die verbesserte Test-Version schließt erhöhte freie Testosteron-Werte im Serum durch Interferenzen mit heterophilen Antikörpern grundsätzlich aus. Der Test wurde an den Beckmann RIA Gold Standard kalibriert und enthält klar definierte Alters- und Geschlechtsreferenzwerte. Aufgrund der Änderungen an dem Test ist es nicht möglich, alte Patientenergebnisse direkt mit neuen Ergebnissen zu vergleichen.

Bitte beachten Sie die geänderten Referenzbereiche!!:

Frauen: <10 J.0,36 – 1,7 pg/mlbisher: 0,2 – 1,3 pg/ml
10-14 J0,73 – 2,3 pg/ml
15-19 J.0,99 – 4,3 pg/ml
20-39 J.0,84 – 3,4 pg/ml
40-60 J.0,82 – 2,3 pg/ml
>60 J.0,66 – 2,1 pg/ml
Männer:<10 J.0,31 – 1,3 pg/mlbisher: 2,6 – 9,79 pg/ml
10-14 J0,82 – 15,4 pg/ml
15-19 J.8,3 – 21,6 pg/ml
20-39 J.7,0 – 22,7 pg/ml
40-60 J.6,3 – 17,8 pg/ml
>60 J.2,5 – 17,8 pg/ml

Hintergrund:

Das Steroidhormon Testosteron ist das wichtigste Hormon aus der Gruppe der Androgene. Es ist verantwortliche für die Bildung sekundärer männlicher Geschlechtsmerkmale und hilfreich bei der Diagnose des Hypogonadismus. Frauen mit Hirsutismus und Virilisierung, polycystischem Ovarialsyndrom, Tumoren in den Eierstöcken, Nebennierentumoren und adrenogenitalem Syndrom haben in der Regel hohe Testosteronspiegel. Bei Männern stehen hohe Spiegel im Zusammenhang u. a. mit Störungen der Hypophyse, Hodentumoren, androgenitalem Syndrom, sowie Prostatakrebs. Niedrige Spiegel sind insbesondere bei Hypophyseninsuffizienz, Klinefelter-Syndrom, kompletter Androgenresistenz, Orchiektomie, Anomalien der Hodenlage, Enzymdefekten und Autommunerkrankungen zu finden.

Im Blut zirkuliert Testosteron an Albumin, SHBG (Sexual-bindendes Globulin) und CBG (Cortisol-bindendes Globulin) gebunden. Nur 1-2 % ist ungebunden. Dieses freie Testosteron ist die eigentlich biologisch aktive Fraktion. Die Plasmakonzentrationen erwachsener Männer sind etwa 10-20-fach höher als die der Frauen. Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gerne für weitere Auskünfte zur Verfügung.

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Falsch Hohe E2 (17-ß-Estradiol) Werte unter Fulvestrant-Therapie

Aufgrund einer aktuellen Information der Fa. Abbott weisen wir darauf hin, dass das Medikament Fulvestrant (Faslodex®) bei der Bestimmung mit dem Architect Estradiol Assay interferieren kann, was zu falsch erhöhten Werten führt. Wir bitten daher, Proben von Patienten unter Fulvestrant-Therapie mit einem entsprechenden Hinweis zu versehen, so dass wir eine Messung auf einem anderen System veranlassen können.

17 ß-Estradiol ist das natürliche Estrogen der Frau und für die Ausprägung der weiblichen sekundären Geschlechtsmerkmale verantwortlich. Es hat darüber hinaus praktisch ubiquitäre Wirkungen, so z. B. am Skelett, an der Haut, am zentralen Nervensystem, auf die Schleimhäute und u. a. auf die Leberfunktion. Nahezu ausschließlicher Bildungsort von Estradiol bei der Frau sind die Granulosazellen des reifenden Follikels. Somit hat es seine größte klinische Bedeutung bei der Beurteilung der Follikelfunktion. Estradiol wird während des Menstruationszyklus entsprechend der ovariellen Aktivität sezerniert. Präovulatorisch kommt es zu einer Peak-Konzentration.

Bei postmenopausalen Frauen sind die Estradiolspiegel entsprechend niedrig. Estradiol wird auch in der Plazenta gebildet. Es ist jedoch kein Marker der Funktion der fetoplazentaren Einheit. Bei Männern produzieren die Testes Estrogene, wenn auch in deutlich geringeren Mengen.

Die Blutentnahme zur Bestimmung eines Estradiol-Basalwertes sollte möglichst vormittags am nüchternen Patienten erfolgen. Bei Frauen im geschlechtsreifen Alter sollte der Zeitpunkt der Blutentnahme innerhalb des Menstruationszyklus abhängig von der Fragestellung gewählt werden.

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Versand von Laborproben auf dem Postweg

Bitte verwenden Sie zum Versand von Laborproben auf dem Postweg ausschließlich das von uns zur Verfügung gestellte Versandsystem („Süsse Post Box“). Dieses besteht aus einer Versandbox und einem stabilen Sekundärröhrchen.

Da es sich bei Laborproben nach internationalen Vereinbarungen um Gefahrgüter der Klasse 6.2 handelt, unterliegen diese rechtsgültigen Beförderungs- und Kennzeichnungsvorschriften (UN3373), aus denen spezifische Verpackungsvorschriften resultieren. Proben, in denen sich Mikroorganismen der Kategorie 3 oder 2 befinden gelten als Risikogruppe B und unterliegen der Beförderungsvorschrift UN3373 und der Verpackungsvorschrift p650.

Für Rückfragen oder Anforderung der Versandgefäße erreichen Sie das Labor unter +49 (0) 211 73 77 66 99.

Hier können Sie sich die Aufbauanleitung herunterladen.

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Wenden Sie sich bei Fragen gerne an uns!

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