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Habituelle Aborte und Implantationsversagen – Wenn Fehlgeburten zur traurigen Regelmäßigkeit werden

10. Oktober 2017


Das wiederholte Ausbleiben einer Schwangerschaft nach einer IVF- oder ICSI-Behandlung, dem sogenannten Implantationsversagen, sowie wiederholte Fehlgeburten, auch habituelle Aborte genannt, stellen Betroffene vor extreme Belastungen.Die Ursachen für Aborte sind dabei zum größten Teil noch nicht vollständig geklärt. Bekannt ist aber, dass genetische Störungen im Embryo und/oder den Keimzellen eine entscheidende Rolle spielen. Daneben können Implantationsversagen und habituelle Aborte auf das Immunsystem zurückzuführen sein, das eine wichtige Stellung bei der Entwicklung der Schwangerschaft einnimmt. Hierbei kommt es zu einer komplexen Interaktion zwischen embryonalen und mütterlichen Zellen. Das Embryo ist ein eigenes Individuum, welches sich von seinen Eltern eindeutig unterscheidet, aber gleichzeitig auch eine Kombination beider darstellt. Deswegen erscheint es dem mütterlichen Immunsystem zunächst als fremd. Wenn dieses System gestört ist, kann dies zum Verlust des Embryos führen.Wie unser Immunsystem auf das Embryo reagiert, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Um dies besser zu verstehen, wird hieran in der Reproduktionsimmunologie seit über 50 Jahren geforscht. Die Mechanismen sind sowohl erworben als auch angeboren. Man hat verstanden, dass in der immunologischen Regulation gleichzeitig Toleranz und Abstoßung benötigt wird, damit eine Schwangerschaft erfolgreich eintritt und verläuft.

Natürliche Killerzellen als Schutz und Gefahr für das Embryo

Seit längerem sind spezifische Immunzellen, u.a. in der Gebärmutter, bekannt. Dies sind die sogenannten natürlichen Killerzellen, deren Fähigkeiten teilweise vererbt, aber auch antrainiert sind. Sie gehören zu unseren normalen Immunzellen und können im Rahmen immunologischer Tests vorwiegend aus dem Blut gewonnen werden. Hierdurch können mögliche Hinweise auf eine gestörte Immunreaktion mit dem Embryo entdeckt werden. Die Killerzellen besitzen spezielle Rezeptoren, die mit Oberflächeneiweißen des Embryos interagieren und sowohl dessen Überleben als auch seine Zerstörung bewirken können. Andere Immunzellen sind Lymphozyten, sogenannte NKT-Zellen, die sich ähnlich wie natürliche Killerzellen verhalten und in einzelnen Untersuchungen als mitbeteiligt gezeigt haben.

Beide Elternteile geben unterschiedliche genetische Informationen weiter

Die Proteine des Embryos, welche mit natürlichen Killerzellen interagieren, werden von beiden Elternteilen vererbt. Deswegen werden auch beide Elternteile auf ihre genetischen Informationen hin untersucht. Die sogenannten antipaternalen Antikörper, die von der Mutter gegen den Vater gebildet werden, scheinen hierbei eine Schutzfunktion für das Embryo darzustellen.Aber auch andere immunologische Parameter werden untersucht, etwa Antikörper gegen Phospholipide oder deren bindende Proteine, die im Körper bzw. der Plazenta überschießende Entzündungsreaktionen und Durchblutungsstörungen hervorrufen können. Anhand dieser können Zusammenhänge zu einem gestörten Schwangerschaftsverlauf aufgezeigt werden. Daneben scheinen wohl auch sogenannte kreuzreagierende Abwehrreaktionen im Rahmen von Autoimmunkonstellationen im Körper der Mutter, also Antikörper gegen Zellkerne oder gegen Schilddrüsenbestandteile, einen negativen Einfluss auf die Embryoentwicklung zu haben. Man versucht auch über die Betrachtung von Botenstoffen, z. B. Zytokinen, oder dem Vorkommen verschiedener spezifischer Zellpopulationen, z.B. T-Helfer-Zellen oder regulatorischer T-Lymphozyten, mögliche Hinweise bzw. Risikokonstellationen für gestörte Schwangerschaften zu identifizieren.

Die Wissenslücken hinsichtlich Fehlgeburten machen die Auswahl der Behandlung schwierig

Alle weltweit zum Einsatz kommenden Behandlungsmöglichkeiten beziehen ihre Rechtfertigung bis heute aus einer begrenzten Studiendatenlage, weswegen kein grundsätzlicher Rat zur Diagnostik und Therapie gegeben werden kann. Vielmehr sollte dies nur speziellen Konstellationen vorbehalten sein und unter Studienbedingungen erfolgen.

Unsere Spezialisten im VivaNeo Kinderwunschzentrum Wiesbaden* nutzen Immunglobuline (IVIG). Hierbei wird versucht, eine Immunmodulation ab der frühesten Phase der Implantation des Embryos bis zu einer wesentlichen immunologischen Veränderung während der Plazentation (ca. 20. Schwangerschaftswoche) herbeizuführen. Hierbei wird keine Unterdrückung der Immunreaktionen, sondern eine Unterstützung und Moderation angestrebt, um die natürlichen, divergierenden Reaktionen nicht zu beeinträchtigen.

Daneben werden auch blutverdünnende (Heparin), entzündungs- und thrombozytenaggregationshemmende (Acetylsalicylsäure) sowie immunsupressive (Cortison) Medikamente eingesetzt. Auch eine glutenfreie Ernährung kann Sie dabei unterstützen, Ihrem Kinderwunsch näher zu kommen.

Andere Behandlungsansätze (z. B. mit dem Granulozyten-Kolonie stimulierenden Faktor – GCSF) werden nur als letzte Option eingesetzt oder befinden sich noch in Erforschung (z. B. Intralipid). Es ist uns eine Herzensangelegenheit, Sie bei Ihrem Kinderwunsch zu unterstützen – stellen Sie uns Ihre Fragen, wir beantworten sie gerne.

 

* Bitte beachten Sie, dass dieses Vorgehen nur in Wiesbaden, nicht jedoch in unseren anderen VivaNeo Kinderwunschzentren zum Einsatz kommt.

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