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Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)

Die intracytoplasmatische Spermieninjektion, kurz ICSI, ist eine spezielle Form der In-vitro-Fertilisation (IVF). Dabei wird im Labor jeweils ein Spermium direkt in das Zytoplasma einer Eizelle injiziert. Man nennt diese Methode aus diesem Grund auch Mikroinjektion. Sie wird bereits seit 1992 erfolgreich angewandt. Bei stark eingeschränkter Samenqualität eines Mannes, ist dieses Verfahren häufig die einzige Möglichkeit für ein Paar, ein genetisch eigenes Kind zu bekommen.

 

 

Was sind die Gründe für eine ICSI?

Eine ICSI kann dann angewandt werden, wenn

  • die Zeugungsfähigkeit des Mannes so stark eingeschränkt ist, dass seine Spermien die Eizellen nicht selbstständig befruchten können, oder
  • bisherige Versuche mit einer herkömmlichen IVF erfolglos geblieben sind.

Wie geht eine ICSI vor sich?

1. Hormonelle Stimulation

Wie bei einer herkömmlichen IVF sollten auch bei einer ICSI mehrere Eizellen gleichzeitig heranreifen. Daher ist dieses Verfahren üblicherweise mit einer Hormonbehandlung  der Frau verbunden.

2. Gewinnung und Vorbereitung der Eizellen

Sind die Eizellen reif, werden sie von dem Arzt im Rahmen einer sogenannten Follikelpunktion entnommen. Dabei saugt er die Eizellen unter Ultraschallkontrolle mit einer dünnen Nadel aus den Eierstöcken der Frau ab. Dieser Eingriff dauert nur wenige Minuten und geschieht meist unter einer lokalen Narkose. Die entnommenen Eizellen werden nach der Entnahme sofort in das IVF-Labor gebracht, wo sie dann für die Befruchtung vorbereitet werden.

3. Spermaabgabe des Mannes

Die Abgabe der Samenprobe erfolgt in zeitlicher Nähe zur Eizellentnahme. Die Probe wird dann im Labor weiter aufbereitet, sodass nach Möglichkeit viele Spermien guter Qualität für die ICSI zur Verfügung stehen.

4. Befruchtung der Eizellen im Glas

Im IVF-Labor injiziert ein Experte unter dem Mikroskop mit einer speziellen Glaskanüle je ein einzelnes Spermium direkt in eine Eizelle (ICSI). Die injizierten Eizellen werden danach sofort in den Brutschrank gegeben. Am Tag nach der ICSI kann man sehen wie viele der behandelten Eizellen befruchtet sind (Vorkernstadium). Die weitere Entwicklung zu Embryonen findet ebenfalls im Brutschrank statt (maximal 5 Tage).

5. Embryonentransfer in die Gebärmutter

Wie bei einer herkömmlichen IVF erfolgt der Embryonentransfer in die Gebärmutter der Frau durch den Arzt in Absprache mit der Patientin. Der Arzt benutzt hierfür einen weichen Kunststoffkatheter; der Vorgang an sich dauert nur wenige Minuten. Die Embryonen können sich nun in die Gebärmutterschleimhaut einnisten und dort weiterentwickeln.
Nach etwa 14 Tagen kann ein Schwangerschaftstest gemacht werden. Nun zeigt sich, ob der Eingriff erfolgreich war oder wiederholt werden muss.

Wie groß sind die Erfolgschancen einer ICSI?

Die Erfolgsaussichten einer ICSI hängen im Wesentlichen vom Alter der Frau ab. Sie liegen im Alter bis 30 Jahre bei etwa 40 Prozent und im Alter von 30 bis 39 Jahre bei  etwa 30 bis 35 Prozent. Das heißt, dass etwa jeder dritte Behandlungszyklus zu einer Schwangerschaft führt.

Welche Risiken gibt es bei einer ICSI?

Eine ICSI birgt in etwa die gleichen Risiken wie eine IVF. So kann es durch die Hormonbehandlung zu dem sogenannten Überstimulationssyndrom kommen. Dieses äußert sich zum Beispiel durch Bauchschmerzen, Übelkeit oder Atemnot. Bei der Follikelpunktion können zudem versehentlich Organe verletzt werden. Und auch eine Narkose ist nie ganz ohne Risiko. Da bei einer ICSI meist mehrere Embryonen in die Gebärmutter eingesetzt werden, ist das Risiko für eine Mehrlingsschwangerschaft erhöht. Einzelheiten bespricht der Arzt mit Ihnen während Ihrer individuellen Beratung.

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