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Behandlung mit Spendersamen

Im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung kann es vorkommen, dass man auf eine Samenspende zurückgreifen muss. Für manche Paare kann sie die einzige Möglichkeit sein, sich den Kinderwunsch zu erfüllen. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn bei dem Mann

  • weder im Ejakulat noch in den Hoden Spermien vorhanden sind oder
  • eine genetische Erkrankung vorliegt.

Der Mann ist bei einer Befruchtung seiner Partnerin durch eine Samenspende zwar nicht der genetische Vater des Kindes, aber er übernimmt die soziale Vaterschaft. Damit erhält er, in Abstimmung mit der Mutter, gegenüber dem Kind die gleichen Rechte und Pflichten wie ein Vater, der das Kind selbst mit seiner Partnerin gezeugt hat.

Von wem stammt die Samenspende?

Die Samenspenden stammen meist aus einer Samenbank, wo sie meist tiefgefroren lagern (Kryopräservierung).
Die Samenspender werden dabei vorher von den Samenbanken sehr gründlich ausgewählt. Sie müssen zum Beispiel

  • zwischen 18 und 38 Jahren alt sein,
  • körperlich und geistig völlig gesund sein – dürfen also weder Infektionskrankheiten noch Erbkrankheiten in der Familie aufweisen – und
  • eine optimale Samenqualität, sowie eine große Spermienmenge vorweisen.

Die Samenspender erhalten für ihre Spende eine Aufwandsentschädigung.

Wie geht eine Kinderwunschbehandlung mit einer Samenspende vonstatten?

1. Genaueste Untersuchung der Spendersamen und des Spenders

Samenspender werden sehr sorgfältig untersucht. Bereits die Aufnahme als Samenspender erfordert umfassende Untersuchungen von Sperma, Blut und Urin.
Neben der üblichen Bestimmung der Spermaparameter werden auch bei jeder abgegebenen Spende Blut-, Sperma- und Urinproben des Spenders auf Infektions- und Geschlechtskrankheiten untersucht. Entspricht die Samenqualität den WHO-Vorgaben für Samenspender, werden diese anschließend eingefroren (Kryopräservierung).
Bevor Spenderproben dann aber für eine Befruchtung freigegeben werden, lagern sie 6 Monate in Quarantäne. Nach 180 Tagen Quarantänezeit wird erneut eine Blutprobe des Spenders auf Infektions- und Geschlechtskrankheiten untersucht und die Proben bei unauffälliger Serologie letztendlich zum Verkauf freigegeben.

2. Vertragliche Verpflichtung

Das Paar, das sich ein Kind wünscht, lässt sich zunächst vom Arzt genau zu medizinischen, rechtlichen und sozialen Fragen aufklären, die im Zusammenhang mit der Samenspende stehen. Dann schließt es mit dem Arzt eine schriftliche Vereinbarung. Darin sind die Rechte und Pflichten aller Beteiligten geregelt.
Häufig wird zusätzlich noch ein notariell beglaubigter Vertrag geschlossen, welcher vor allem die Rechte des Kindes, das aus dieser Befruchtung entsteht, sichern.
Auch eine schriftliche Vereinbarung mit der Samenbank wird geschlossen.

3. Wahl eines geeigneten Samenspenders

Paare mit Kinderwunsch können dann den geeigneten Samenspender nach verschiedenen Kriterien auswählen – dazu zählen unter anderem

  • die Haarfarbe,
  • die Augenfarbe,
  • die Herkunft,
  • der Haartyp,
  • die Statur,
  • die Blutgruppe,
  • die Größe und
  • das Gewicht.

Die Paare können meist selbst in den Onlinekatalogen der Samenbanken nach einem Samenspender mit den gewünschten Eigenschaften suchen. Alternativ übernehmen die Samenbanken auf Wunsch die Auswahl des passenden Spenders.

4. Befruchtung der Eizellen mit der Samenspende

Die Eizellen der Frau werden mit den gespendeten Spermien befruchtet. Dies geschieht entweder im Rahmen

  • einer heterologen beziehungsweise donogenen In-vitro-Fertilisation (IVF) oder

Welche Methode angewandt wird, sollte mit dem Arzt geklärt werden.

Risiken bei Spendersamen

Die Risiken bei einer Samenspende erläutert Ihnen der Arzt individuell im Rahmen der Beratung. Für die Frau sind die Risiken jedoch, sowohl bei einer Insemination als auch bei einer IVF und ICSI, im Grunde die gleichen wie bei einer Befruchtung ihrer Eizellen durch die Spermien ihres Partners. Mögliche Infektionsrisiken werden durch die oben genannten Maßnahmen weitestgehend vermieden.

Wie ist die rechtliche Lage bei Spendersamen?

Im Gegensatz zu einer Eizellenspende ist eine Kinderwunschbehandlung mit einer Samenspende in Deutschland rechtlich erlaubt

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Spendersamen?

Die Krankenkassen kommen nicht für eine Kinderwunschbehandlung mit Spendersamen auf.

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